Bahnradsport für Anfänger kann überwältigend wirken: hohe Geschwindigkeiten, enge Kurven und ein Rad ohne Bremsen. Doch mit der richtigen Anleitung wird die Holzbahn zum sicheren Trainingsparadies. Claudio Imhof, ehemaliger Schweizer Radprofi und Bronzemedaillengewinner bei den Weltmeisterschaften 2016 in London, hat den Übergang vom Straßenrad zur Bahn selbst gemeistert und teilt seine Expertise.
Als Gesamtsieger der UCI Track Champions League 2022 und Schweizer Stundenrekordhalter 2020 weiß er genau, worauf es ankommt. Seine strukturierten Trainingsprogramme auf claudioimhof.net helfen Einsteigern, die ersten Hürden sicher zu meistern – von der richtigen Ausrüstung bis zur ersten Runde auf der Holzbahn.
- Claudio Imhofs Erfahrung als ehemaliger Profi und Bahn-Ass macht ihn zum idealen Guide für Anfänger.
- Sicherheit auf der Holzbahn erfordert spezielle Ausrüstung und Kenntnis der Bahn-Etikette.
- Ein strukturierter Trainingsplan ist der Schlüssel zum erfolgreichen Einstieg.
Training für Bahnradsport-Anfänger: Sicher starten auf der Holzbahn

Ausrüstungs-Checkliste: Das brauchst du wirklich für die erste Bahn-Einheit
Bahnradsport erfordert spezielle Ausrüstung, die sich deutlich von der Straßenausrüstung unterscheidet. Als ehemaliger Profi betont Claudio Imhof: Die Sicherheit steht an erster Stelle, und die richtige Ausrüstung ist nicht verhandelbar. Hier die essentielle Checkliste für deine erste Bahn-Einheit:
- Zertifizierter Bahnradhelm: Ein Helm mit ECE-R22.05 oder höherer Zertifizierung ist Pflicht. Imhof empfiehlt Modelle mit guter Belüftung, da die Holzbahn oft warm wird. Der Helm muss eng anliegen und das Gesichtsfeld nicht einschränken.
- Bahnrad-Trikot und -Radlerhose: Enge, aerodynamische Trikots reduzieren den Luftwiderstand und verhindern, dass sich Stoff in der Kette verfängt – ein Prinzip, das in der aerodynamics impact on track cycling performance detailliert erklärt wird. Die Radlerhose sollte keine Nähte im Sitzbereich haben, um Druckstellen zu vermeiden.
- Bahnrad-Schuhe mit Klickpedalen: Stabile Rennradschuhe mit SPD- oder Look-Klicksystem sind unerlässlich. Wichtig: Die Pedale müssen beidseitig zugänglich sein, da du beim Aufsteigen oft von beiden Seiten kommst.
- Fahrradhandschuhe: Gepolsterte Handschuhe schützen bei Stürzen und verbessern den Grip auf den engen Kurven.
- Das Bahnrad selbst: Ein starres Bahnrad ohne Bremsen und mit festem Gang. Für Anfänger empfiehlt Imhof ein Rad mit niedrigerem Übersetzungsverhältnis (z.B. 48×15), um das Anfahren zu erleichtern. Die Reifen sollten spezielle Bahnreifen mit hohem Druck (8-10 bar) sein.
- Etwas zu trinken und ein Handtuch: Auf der Holzbahn schwitzt man schnell; eine kleine Trinkflasche am Rad oder am Bahnrand ist praktisch.
- Zertifizierter Bahnradhelm: Ein Helm mit ECE-R22.05 oder höherer Zertifizierung ist Pflicht. Imhof empfiehlt Modelle mit guter Belüftung, da die Holzbahn oft warm wird. Der Helm muss eng anliegen und das Gesichtsfeld nicht einschränken.
- Bahnrad-Trikot und -Radlerhose: Enge, aerodynamische Trikots reduzieren den Luftwiderstand und verhindern, dass sich Stoff in der Kette verfängt. Die Radlerhose sollte keine Nähte im Sitzbereich haben, um Druckstellen zu vermeiden.
- Bahnrad-Schuhe mit Klickpedalen: Stabile Rennradschuhe mit SPD- oder Look-Klicksystem sind unerlässlich. Wichtig: Die Pedale müssen beidseitig zugänglich sein, da du beim Aufsteigen oft von beiden Seiten kommst.
- Fahrradhandschuhe: Gepolsterte Handschuhe schützen bei Stürzen und verbessern den Grip auf den engen Kurven.
- Das Bahnrad selbst: Ein starres Bahnrad ohne Bremsen und mit festem Gang. Für Anfänger empfiehlt Imhof ein Rad mit niedrigerem Übersetzungsverhältnis (z.B. 48×15), um das Anfahren zu erleichtern. Die Reifen sollten spezielle Bahnreifen mit hohem Druck (8-10 bar) sein.
- Etwas zu trinken und ein Handtuch: Auf der Holzbahn schwitzt man schnell; eine kleine Trinkflasche am Rad oder am Bahnrand ist praktisch.
Claudio Imhof weist darauf hin: Leihe dir zunächst ein Bahnrad im Verein, bevor du investierst. So findest du heraus, welche Größe und welches Übersetzungsverhältnis zu dir passt.
Bahn-Etikette: Die ungeschriebenen Regeln für sicheres Fahren
Auf der Bahn gelten andere Regeln als auf der Straße – und das aus gutem Grund. Ohne Bremsen und mit Geschwindigkeiten über 50 km/h in den Kurven ist diszipliniertes Fahren überlebenswichtig. Claudio Imhof, der selbst den Übergang vom Straßenradsport zur Bahn gemeistert hat, vermittelt in seinen Trainingseinheiten diese unverzichtbaren Verhaltensregeln:
Die Spurwahl ist das Fundament der Bahn-Etikette. Die Bahn ist in drei Linien unterteilt: die blaue Linie (ca. 1,5 m vom Rand) ist die langsamste Spur und für Einsteiger und Aufwärmrunden reserviert.
Die schwarze Sprunglinie (ca. 0,5 m über der blauen) ist die Rennlinie, die schnellste Route durch die Kurve – ein zentraler Aspekt der cornering techniques for track cycling.
Die rote Auslaufzone am oberen Rand dient als Sicherheitspuffer und darf nur in Notfällen oder beim Überholen von langsamerem Verkehr genutzt werden. Anfänger bleiben strikt auf der blauen Linie, bis sie die Kontrolle über das Rad sicher beherrschen.
Überholvorgänge laufen immer von innen nach außen: Der Überholende fährt von der blauen Linie nach oben, überholt auf der schwarzen Linie und kehrt nach unten zurück. Wichtig: Nie den Fahrer vor dir berühren oder in seine Linie schneiden. Ein sanfter, frühzeitiger Richtungswechsel signalisiert die Absicht.
Ein- und Ausfahrt erfolgen nur bei freier Bahn. Beim Betreten der Bahn immer zuerst nach links (gegen den Uhrzeigersinn) schauen, ob die Spur frei ist.
Die Einfahrt sollte flach und kontrolliert erfolgen. Beim Verlassen der Bahn frühzeitig nach rechts abbiegen und die blaue Linie verlassen, ohne den laufenden Verkehr zu behindern.
Imhof betont: Auf der Holzbahn gibt es keine Bremsen. Ein Notstop ist unmöglich.
Stattdessen: Bei Problemen sofort die Pedale weiterbewegen, das Rad stabil halten und kontrolliert aus der Bahn rollen. Ein Sturz in der Kurve kann wegen der fehlenden Bremsen schneller eskalieren als auf der Straße.
Dein erstes Training: Schritt-für-Schritt-Anleitung für die ersten 10 Runden
Claudio Imhof hat unzählige Anfänger auf der Bahn coached. Seine Empfehlung: Das erste Training sollte immer unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers stattfinden. Hier sein bewährter Ablauf für die ersten 10 Runden:
- Begrüßung und Einweisung (15 Minuten): Der Trainer erklärt die Bahn-Etikette, die Linien und das Notfallverhalten. Alle Fragen werden geklärt, bevor das Rad berührt wird.
- Aufsteigen und Anfahren (5 Minuten): Auf der Holzbahn wird immer im Uhrzeigersinn gefahren. Das Aufsteigen erfolgt von der linken Seite. Wichtig: Das rechte Pedal muss beim Aufsteigen oben sein, damit das Rad nicht unkontrolliert wegrutscht. Mit einem kräftigen Antritt aus dem Stand das Rad in Schwung bringen – sofort weiterpedalieren, nicht anhalten!
- Erste Runde in der langsamsten Spur (2-3 Runden): Bleibe strikt auf der blauen Linie. Konzentriere dich darauf, gleichmäßig zu treten und die Geradeausfahrt zu halten. Die Geschwindigkeit sollte bei etwa 20-25 km/h liegen.
- Kurvenfahren üben (3-4 Runden): In der Kurve lenkst du sanft nach oben (zur roten Auslaufzone), was den Prinzipien der optimal movement patterns in track cycling entspricht. Der Körper neigt sich mit, die Kurve wird fließend durchfahren. Keine abrupten Lenkbewegungen!
- Linienwechsel üben (1-2 Runden): Unter Anleitung des Trainers wechselst du einmal von der blauen auf die schwarze Linie und wieder zurück. Dies trainiert die Kontrolle und das Überholverhalten.
- Kontrolliertes Verlassen (nach 10 Runden): Nach der letzten Runde frühzeitig nach rechts abbiegen, die Bahn an der Auslaufzone verlassen und langsam ausrollen.
- Begrüßung und Einweisung (15 Minuten): Der Trainer erklärt die Bahn-Etikette, die Linien und das Notfallverhalten. Alle Fragen werden geklärt, bevor das Rad berührt wird.
- Aufsteigen und Anfahren (5 Minuten): Auf der Holzbahn wird immer im Uhrzeigersinn gefahren. Das Aufsteigen erfolgt von der linken Seite. Wichtig: Das rechte Pedal muss beim Aufsteigen oben sein, damit das Rad nicht unkontrolliert wegrutscht. Mit einem kräftigen Antritt aus dem Stand das Rad in Schwung bringen – sofort weiterpedalieren, nicht anhalten!
- Erste Runde in der langsamsten Spur (2-3 Runden): Bleibe strikt auf der bluen Linie. Konzentriere dich darauf, gleichmäßig zu treten und die Geradeausfahrt zu halten. Die Geschwindigkeit sollte bei etwa 20-25 km/h liegen.
- Kurvenfahren üben (3-4 Runden): In der Kurve lenkst du sanft nach oben (zur roten Auslaufzone). Der Körper neigt sich mit, die Kurve wird fließend durchfahren. Keine abrupten Lenkbewegungen!
- Linienwechsel üben (1-2 Runden): Unter Anleitung des Trainers wechselst du einmal von der blauen auf die schwarze Linie und wieder zurück. Dies trainiert die Kontrolle und das Überholverhalten.
- Kontrolliertes Verlassen (nach 10 Runden): Nach der letzten Runde frühzeitig nach rechts abbiegen, die Bahn an der Auslaufzone verlassen und langsam ausrollen.
Wichtig: Nach dem Training sich mit dem Trainer austauschen. Was fühlte sich sicher an?
Wo gab es Unsicherheiten? Claudio Imhofs Trainingsprogramm baut auf diesen ersten Erfahrungen auf und steigert die Intensität schrittweise.
Vom Straßenrad zur Bahn: Was kann ich als Anfänger vom Profi lernen?

Mein persönlicher Weg: Warum ich den Wechsel wagte
Claudio Imhof war bereits als Straßenfahrer erfolgreich, bevor er zur Bahn wechselte. Doch die Faszination des Bahnradsports ließ ihn nicht los. „Die Geschwindigkeit, die Präzision, das taktische Element – auf der Bahn ist alles konzentrierter“, erzählt Imhof.
2016 wagte er den Schritt und spezialisierte sich auf die Bahn. Der Lohn: bereits im selben Jahr die Bronzemedaille im Scratch bei den Weltmeisterschaften in London.
Für Imhof war der Wechsel mehr als nur eine Disziplinänderung. „Auf der Straße bist du den ganzen Tag unterwegs, auf der Bahn ist jeder Meter, jede Sekunde entscheidend. Diese Intensität hat mich gereizt.“ Als erfahrener Straßenprofi brachte er eine starke Basis mit, doch die Bahn verlangte neue Fähigkeiten: das Fahren ohne Bremsen, das perfekte Timing in der Kurve, das explosive Antreten aus dem Stand – alles Aspekte der physical demands on the track.
Seine Botschaft an Anfänger: Der Wechsel lohnt sich, auch wenn du bereits Straßenrad fährst. Die Bahn schärft deine Technik, deine Taktik und deine mentale Stärke.
Beginne mit einem Anfängerkurs, lerne die Grundlagen und steigere dich langsam. Die größten Erfolge auf der Bahn – wie seine späteren Siege in der UCI Track Champions League 2022 und der Schweizer Stundenrekord 2020 – basieren auf diesem soliden Fundament.
Die drei größten mentalen Hürden und wie du sie überwindest
Der Einstieg in den Bahnradsport ist nicht nur physisch, sondern vor allem mental eine Herausforderung. Claudio Imhof kennt diese Hürden aus eigener Erfahrung:
- Angst vor Steigung und Geschwindigkeit: Die Steigung in der Kurve fühlt sich an wie eine Wand, und die Geschwindigkeit ist ungewohnt hoch. Imhofs Tipp: Beginne mit langsamen Runden auf der blauen Linie. Lass dich von einem erfahrenen Fahrer führen oder fahre hinter einem Trainer her. Die Gewöhnung erfolgt schrittweise – nach 10 Runden hast du das Gefühl für die Kurve entwickelt.
- Umstellung auf Fahren ohne Bremsen: Auf der Straße verlassen wir uns instinktiv auf die Bremsen. Auf der Bahn ist das nicht möglich. Die Lösung: Trainiere das „Weiterpedalieren“ als Standardreaktion. Bei Unsicherheit sofort die Kadenz erhöhen, nicht verlangsamen. Imhof empfiehlt Übungen auf einer leeren Bahn, bei denen du bewusst auf die Bremse verzichtest und stattdessen die Pedale weiterbewegst.
- Taktisches Denken in der Gruppe: Bahnrennen sind hochtaktisch. Als Anfänger kann die Gruppe überwältigend sein. Starte allein oder in einer kleinen, kontrollierten Gruppe. Lerne die Grundpositionen: Vorne fahren, Windschatten nutzen, Überholmanöver vorbereiten. Imhof betont: Taktik kommt später – zuerst Sicherheit und Technik.
Was du aus meinen größten Erfolgen lernen kannst
Claudio Imhofs Karriere zeigt, dass Erfolg auf der Bahn durch Kontinuität, mentale Stärke und taktische Intelligenz entsteht. Für Anfänger sind diese Lektionen wertvoll:
| Erfolg | Jahr | Kernlektion für Anfänger |
|---|---|---|
| WM-Bronze im Scratch | 2016 | Ausdauer und Taktik: Der Scratch ist ein Ausdauerrennen mit taktischen Elementen, wie sie in der tactics for track cycling events beschrieben werden. Für Einsteiger bedeutet das: Baue zunächst eine solide aerobe Basis auf. Beginne mit kurzen, regelmäßigen Einheiten (20-30 Minuten) und steigere die Dauer langsam. Taktik kommt später – zuerst Grundlagenausdauer. |
| Gesamtsieger UCI Track Champions League | 2022 | Konsistenz über eine Saison: Die Track Champions League belohnt Konstanz über viele Rennen. Für dich heißt das: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Trainiere lieber 3-4 Mal pro Woche mit moderatem Umfang als einmal pro Woche mit Höchstleistung. Ein strukturierter Plan ist entscheidend. |
| Schweizer Stundenrekord | 2020 | Mentale Stärke und Schmerzresistenz: Der Stundenrekord ist ein Kampf gegen die eigene Ermüdung. Für Anfänger: Lerne, mit Unwohlsein umzugehen. Setze kleine Ziele (z.B. „noch 2 Runden“) und feiere jeden Fortschritt. Mental Training ist genauso wichtig wie physisches Training. |
| Erfolg | Jahr | Kernlektion für Anfänger |
|---|---|---|
| WM-Bronze im Scratch | 2016 | Ausdauer und Taktik: Der Scratch ist ein Ausdauerrennen mit taktischen Elementen. Für Einsteiger bedeutet das: Baue zunächst eine solide aerobe Basis auf. Beginne mit kurzen, regelmäßigen Einheiten (20-30 Minuten) und steigere die Dauer langsam. Taktik kommt später – zuerst Grundlagenausdauer. |
| Gesamtsieger UCI Track Champions League | 2022 | Konsistenz über eine Saison: Die Track Champions League belohnt Konstanz über viele Rennen. Für dich heißt das: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Trainiere lieber 3-4 Mal pro Woche mit moderatem Umfang als einmal pro Woche mit Höchstleistung. Ein strukturierter Plan ist entscheidend. |
| Schweizer Stundenrekord | 2020 | Mentale Stärke und Schmerzresistenz: Der Stundenrekord ist ein Kampf gegen die eigene Ermüdung. Für Anfänger: Lerne, mit Unwohlsein umzugehen. Setze kleine Ziele (z.B. „noch 2 Runden“) und feiere jeden Fortschritt. Mental Training ist genauso wichtig wie physisches Training. |
Alle drei Erfolge zeigen: Bahnradsport ist ein Marathon, kein Sprint. Claudio Imhofs Rat an Einsteiger: „Hab Geduld mit dir selbst. Die ersten Runden sind holprig, aber mit jedem Training wirst du sicherer.
Vertraue dem Prozess.“
Der überraschendste Aspekt: Dass selbst ein Straßenprofi wie Claudio Imhof anfangs Respekt vor der Bahn hatte. Sein erster Start auf der Holzbahn fühlte sich ungewohnt und einschüchternd an – ein Gefühl, das viele Anfänger teilen. Doch genau diese Demut macht einen guten Bahnradsportler aus: Wer die Bahn respektiert, fährt sicherer und wird langfristig erfolgreicher.
Konkrete Handlungsaufforderung: Buche noch diese Woche einen Anfängerkurs auf deiner lokalen Holzbahn. Viele Vereine bieten Schnupperkurse an, in denen du die Ausrüstung gestellt bekommst.
Bring deinen eigenen Helm und deine Radschuhe mit, und nutze die Gelegenheit, Claudio Imhofs Tipps in der Praxis auszuprobieren. Der erste Schritt ist der wichtigste – und er führt direkt auf die Bahn.

