Bahnradsport Ausrüstung: Aerodynamische Bekleidung für mehr Speed

Illustration: Aerodynamische Bekleidung im Bahnradsport: Wie Skinsuits und Helme den Luftwiderstand reduzieren

Aerodynamische Bekleidung im Bahnradsport: Skinsuits und Helme für maximalen Speed
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Aerodynamische Bekleidung kann im Bahnradsport bei Geschwindigkeiten über 50 km/h bis zu 30 Watt Leistung einsparen und damit entscheidende Sekunden bringen. Enge Skinsuits und stromlinienförmige Helme reduzieren den Luftwiderstand durch minimierte Falten und optimierte Luftführung. Diese Optimierungen sind besonders wichtig, da der Luftwiderstand ab 30 km/h den dominierenden Faktor darstellt und die Leistung zum Überwinden des Widerstands kubisch mit der Geschwindigkeit skaliert.

Kernpunkte auf einen Blick

  • Luftwiderstand macht bei Bahnradgeschwindigkeiten >30 km/h über 90% des Gesamtwiderstands aus (Torsten Frank, 2021).
  • Enge Skinsuits verhindern Stofffalten und nutzen strukturierte Materialien, um den cw-Wert zu senken (Q36.5, 2026).
  • Aero-Helme mit stromlinienförmigem Design reduzieren Turbulenzen und sparen 10-30 Watt (Torsten Frank, 2021).
  • Bei einem 200m-Sprint können aerodynamische Optimierungen bis zu 0,2 Sekunden ausmachen.

Aerodynamische Bekleidung im Bahnradsport: Wie Skinsuits und Helme den Luftwiderstand reduzieren

Illustration: Aerodynamische Bekleidung im Bahnradsport: Wie Skinsuits und Helme den Luftwiderstand reduzieren

„Bei Geschwindigkeiten über 50 km/h macht der Luftwiderstand über 90% des Gesamtwiderstands aus. Eine aerodynamische Skinsuit kann dabei bis zu 30 Watt Leistung einsparen.“ (Torsten Frank, 2021)

Diese Aussage unterstreicht die zentrale Rolle von Bekleidung und Helm im Bahnradsport. Während bei niedrigen Geschwindigkeiten der Rollwiderstand im Vordergrund steht, dominiert ab etwa 30 km/h der Luftwiderstand.

Da die benötigte Leistung zum Überwinden des Luftwiderstands mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit steigt (Pw ~ v³), führen bereits kleine Verbesserungen der Aerodynamik zu großen Zeitgewinnen. Enge Skinsuits minimieren durch ihre Körpernahtchnik Stofffalten, die als kleine Widerstandsbooster wirken. Strukturierte Gewebe lenken den Luftstrom gezielt um den Körper herum und reduzieren so den cw-Wert (Widerstandsbeiwert).

Bei Helmen sorgen stromlinienförmige Designs mit verlängertem Heck dafür, dass die Luft turbulentionsarm abfließt. Besonders bei Verfolgungsrennen oder Sprints auf der 250m-Bahn, wo Spitzenwerte von 60-70 km/h erreicht werden, summieren sich diese Einsparungen. Der Schweizer Bahnradprofi Claudio Imhof, der 2016 WM-Bronze im Scratch gewann, betont in seinen Ausrüstungstipps die Bedeutung einer aerodynamischen Sitzposition inklusive passender Bekleidung für konstante Leistung über die gesamte Distanz.

Moderne Hersteller wie Q36.5 spezialisieren sich seit 2026 auf hochtechnologische Zeitfahranzüge, die speziell für die hohen Geschwindigkeiten auf der Bahn entwickelt wurden. Diese Anzüge nutzen lasergefertigte Nähte und 3D-gedruckte Helme, um die cw-Fläche (CdA) weiter zu minimieren. Die Integration solcher Ausrüstung in das Gesamtsystem aus Bahnrad, Position und Fahrer ist entscheidend – eine Kombination aus eng anliegendem Skinsuit und aero-optimiertem Helm kann die cw-Fläche um bis zu 20% reduzieren, was bei einem 200m-Flugrennen etwa 0,2 Sekunden ausmacht.

Luftwiderstand dominiert ab 30 km/h: Die Physik des cw-Werts

Der Luftwiderstand (Drag) ist der größte Gegner des Bahnradfahrers bei hohen Geschwindigkeiten. Ab etwa 30 km/h übersteigt er den Rollwiderstand deutlich und wird zum leistungsbestimmenden Faktor. Der Widerstand wird durch den cw-Wert (Widerstandsbeiwert) und die Stirnfläche (A) bestimmt; ihr Produkt ist die cw-Fläche (CdA).

Je niedriger dieser Wert, desto weniger Leistung muss der Fahrer aufbringen, um eine gegebene Geschwindigkeit zu halten. Nach Berechnungen von Torsten Frank (2021) skaliert die Leistung zum Überwinden des Luftwiderstands mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit (Pw ~ v³). Das bedeutet: Eine 10%ige Steigerung der Geschwindigkeit erfordert bereits etwa 33% mehr Leistung.

Daher sind Optimierungen, die den cw-Wert senken, bei den auf der Bahn erreichten hohen Geschwindigkeiten (oft 50-70 km/h in Sprints und Verfolgungen) besonders effektiv. Eine Reduktion der cw-Fläche um nur 0,01 m² kann bei 55 km/h bereits etwa 10-15 Watt einsparen. Diese Einsparung ermöglicht entweder eine höhere Endgeschwindigkeit oder eine geringere Ermüdung über die Renndistanz.

Die Standardisierung der Velodrome auf 250m (seit den 1990er Jahren) hat zu einheitlichen Bedingungen geführt, bei denen aerodynamische Vorteile direkt in Zeitgewinnen messbar sind. Während früher Bahnräder bereits seit den 1870er Jahren auf Leichtigkeit und Aerodynamik optimiert wurden (Encyclopædia Britannica, 2019), rückt seit Mitte der 2010er Jahre die Bekleidung als entscheidender Stellfaktor in den Fokus. Heute sind Skinsuits und Aero-Helme nicht mehr nur bei Einzelzeitfahren, sondern auch in Scratch, Madison und Omnium Standard.

Die UCI (Union Cycliste Internationale) hat zudem Regularien, die die Form und Dicke der Materialien begrenzen, um faire Bedingungen zu gewährleisten. Für den ambitionierten Bahnradsportler bedeutet dies: Die Wahl der richtigen Bekleidung kann den Unterschied zwischen einer Medaille und dem Mittelfeld ausmachen.

Skinsuits: Faltenfreie Passform für optimalen Luftfluss

Ein Skinsuit ist ein einteiliger, eng anliegender Anzug, der speziell für den Bahnradsport und Zeitfahren entwickelt wurde. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Trikot und einer Hose, die durch Stofffalten und Nähte Turbulenzen erzeugen, liegt der Skinsuit wie eine zweite Haut am Körper. Diese faltenfreie Passform ist entscheidend, da jede Falte den Luftstrom stört und lokal den cw-Wert erhöht.

Moderne Skinsuits verwenden strukturierte Gewebe, die den Luftstrom gezielt um den Körper herumlenken. Q36.5, ein führender Hersteller im Bereich aerodynamischer Bekleidung, setzt seit 2026 auf lasergefertigte Nähte und nahtlose Konstruktionen, um Widerstandspunkte zu minimieren (q36-5.com). Die Materialien sind oft aus Polyester oder speziellen Aero-Geweben gefertigt, die eine glatte Oberfläche bieten und Feuchtigkeit schnell ableiten.

Ein weiterer Vorteil ist die Reduktion des Stoffvolumens zwischen Armen und Rumpf sowie zwischen Beinen und Sattel – typische Hotspots für Wirbelbildung. Tests im Windkanal zeigen, dass ein gut passender Skinsuit gegenüber einem Standardtrikot mit Hose etwa 5-15 Watt einsparen kann, abhängig von Körperbau und Geschwindigkeit. Bei einem 200m-Sprint auf der Bahn, der in etwa 10-12 Sekunden absolviert wird, entspricht das einem Zeitvorteil von 0,1-0,3 Sekunden – im Sprintbereich oft entscheidend für den Sieg.

Die Passform muss individuell sein: Zu locker erzeugt Falten, zu eng schränkt die Beweglichkeit ein und kann die Atmung behindern. Profis wie Claudio Imhof lassen ihre Skinsuits daher maßschneidern. Für Hobbybahnenradler bieten viele Hersteller vorgefertigte Größen mit aerodynamischen Schnitten, die für den meisten Körperbau ausreichend eng sitzen sollten.

Wichtig ist auch die Ärmellänge: Lange, eng anliegende Ärmel reduzieren den Widerstand an den Armen, die im Vergleich zum Rumpf eine kleinere Stirnfläche haben. Bei den Hosenbeinen reichen sie bis zu den Knöcheln, um einen lückenlosen Übergang zu den Schuhen zu gewährleisten. Die Kombination aus engem Schnitt, glatten Materialien und minimalen Nähten macht den Skinsuit zum unverzichtbaren Ausrüstungsgegenstand für jeden, der auf der Bahn schnell sein will.

Aero-Helme: Stromlinienformen gegen Turbulenzen

Der Helm ist nach dem Skinsuit das zweite große Element zur Reduktion des Luftwiderstands. Ein herkömmlicher Straßenradhelm hat oft eine runde Form mit vielen Lüftungsschlitzen, die zwar für Kühlung sorgen, aber den Luftstrom stören. Ein Aero-Helm für die Bahn hingegen ist als geschlossene, stromlinienförmige Kapsel konstruiert.

Das Heck ist verlängert und läuft spitz zu, damit die Luft turbulenzarm abfließen kann. Anstelle von vielen kleinen Öffnungen gibt es häufig wenige, strategisch platzierte Lüftungseinlässe, die den Luftstrom nach innen lenken und durch interne Kanäle wieder abführen, ohne die Außenkontur zu unterbrechen. Diese Helmform kann den cw-Wert um etwa 0,02-0,05 gegenüber einem Standardhelm senken, was bei 55 km/h etwa 5-10 Watt entspricht.

Besonders effektiv ist die Kombination aus Skinsuit und Aero-Helm, da der Helm nahtlos in den Rückenbereich des Anzugs übergeht und so eine durchgehende aerodynamische Fläche bildet. Moderne Aero-Helme wiegen oft nur 200-300 Gramm, trotz der geschlosseneren Bauweise, und erfüllen die strengen Sicherheitsstandards der UCI. 3D-Druck-Technologien ermöglichen seit 2026 komplexe innere Strukturen, die den Helm leicht und stabil halten, während die Außenschale glatt bleibt.

Für Bahnradsportler, die in stehenden Starts oder Sprints unterwegs sind, ist ein guter Aero-Helm unverzichtbar. Allerdings haben geschlossene Helme den Nachteil, dass sie bei hohen Temperaturen weniger belüftet sind und sich im Inneren Wärme stauen kann. Daher wählen viele Athleten je nach Disziplin und klimatischen Bedingungen zwischen einem maximal aerodynamischen und einem etwas besser belüfteten Modell.

Bei Verfolgungsrennen in der Halle, wo die Temperaturen oft konstant sind, dominiert der rein aerodynamische Helm. Bei langen Rennen in warmen Hallen kann ein Kompromiss sinnvoll sein. Wichtig ist, dass der Helm perfekt sitzt und nicht verrutscht – jede Bewegung stört die aerodynamische Linie.

Der Schweizer Claudio Imhof setzt in seinen Rennen auf einen maßgeschneiderten Aero-Helm, der optimal auf seine Körperproportionen und Sitzposition abgestimmt ist. Für Einsteiger reicht ein gut sitzender Aero-Helm aus dem mittleren Preissegment (ca. 150-300 €), der die grundlegenden aerodynamischen Vorteile bietet.

Leistungsgewinne in der Praxis: 10-30 Watt Einsparung

Die theoretischen Wattzahlen lassen sich in konkrete Zeitvorteile umrechnen. Auf einer standardisierten 250m-Bahn mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 55 km/h (typisch für Scratch oder Madison) spart ein vollständig aerodynamisches Setup (Skinsuit + Aero-Helm) etwa 15-30 Watt gegenüber einer Standardausrüstung (Trikot, Hose, normaler Helm). Diese Einsparung ermöglicht entweder eine höhere Geschwindigkeit bei gleichem Leistungsoutput oder eine geringere Ermüdung über mehrere Runden.

In einem 200m-Flugrennen, das in etwa 10-11 Sekunden absolviert wird, können 20 Watt etwa 0,1-0,2 Sekunden ausmachen – genug, um das Rennen zu gewinnen. Bei einem 1000m-Zeitfahrten (Kilo) können es bereits 0,5-1 Sekunde sein. In einem 4km-Verfolgungsrennen, das von Teams in etwa 4 Minuten absolviert wird, summieren sich die Vorteile auf mehrere Sekunden.

Diese Zeitgewinne sind nicht linear, da die Leistungseinsparung mit der Geschwindigkeit zunimmt: Bei 60 km/h ist der Effekt größer als bei 45 km/h. Daher sind aerodynamische Optimierungen besonders für Sprinter und Verfolger relevant, während Ausdauerfahrer in langen Rennen mit vielen Tempowechseln weniger profitieren, da dort der Rollwiderstand und die Beschleunigung eine größere Rolle spielen. Praktische Tests von Torsten Frank (2021) zeigen, dass bei einer konstanten Leistung von 2500 Watt ein cw-Wert von 0,25 statt 0,30 zu einer Geschwindigkeitssteigerung von etwa 1,5 km/h führt – das entspricht auf 250m etwa 0,6 Sekunden.

Die größten Hebel liegen in der Reduktion der cw-Fläche durch enge Passform und glatte Oberflächen. Hier sind Skinsuits und Helme die effektivsten Stellschrauben, da sie direkt am Körper anliegen und dessen Form nicht verändern. Laufräder oder Rahmen haben zwar ebenfalls Einfluss, doch der Anteil von Bekleidung und Helm an der Gesamt-cw-Fläche kann bei etwa 15-20% liegen – ein erheblicher Posten, der mit relativ geringem Kostenaufwand optimiert werden kann.

Für den ambitionierten Bahnradsportler ist die Investition in einen hochwertigen Skinsuit und Aero-Helm daher eine der effizientesten Maßnahmen, um die persönliche Bestzeit zu verbessern. Wichtig ist jedoch, dass die aerodynamischen Vorteile nur dann voll zum Tragen kommen, wenn die Sitzposition selbst bereits optimiert ist – ein schlecht eingestellter Oberkörper kann alle Vorteile der Bekleidung zunichte machen. Daher sollten Fahrer zuerst ihre Position (via Bike Fitting) justieren und dann die Bekleidung darauf abstimmen.

Fabriktechnologien 2026: Laserzuschnitt und 3D-gedruckte Helme

Die Entwicklung aerodynamischer Bekleidung schreitet rasant voran. Im Jahr 2026 setzen führende Hersteller wie Q36.5 auf hochpräzise Fertigungstechniken, um den cw-Wert weiter zu senken. Laserzuschnitt ermöglicht es, Stoffe ohne mechanische Nähte zu verbinden, indem die Kanten geschmolzen und verschweißt werden.

Dadurch entstehen nahtlose Übergänge, die den Luftstrom nicht unterbrechen. Bei Skinsuits werden so die Ärmel- und Beinabschlüsse sowie der Rückenbereich faltenfrei und glatt. Zudem werden spezielle Aero-Panels eingesetzt – kleine, strukturierte Einsätze, die den Luftstrom gezielt über den Rücken und die Schultern leiten.

Diese Panels sind oft aus dünneren, glatteren Materialien gefertigt als der Hauptstoff und können den cw-Wert um weitere 0,01-0,02 senken. Bei Helmen hat sich der 3D-Druck durchgesetzt: Die Außenschale wird in einem Stück gedruckt, was komplexe, aerodynamisch optimierte Formen ohne sichtbare Nähte ermöglicht. Die innere Struktur wird ebenfalls gedruckt und dient gleichzeitig als Belüftungskanal und Verstärkung.

Dies reduziert das Gewicht und ermöglicht eine präzise Formgebung. Ein weiterer Trend ist die Verwendung von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) für Helm-Schalen, die extrem steif und leicht sind. Diese Materialien erlauben dünnere Wandstärken und damit eine schärfere Kontur.

Die Kombination aus 3D-gedruckter Schale und CFK-Verstärkung führt zu Helmen, die nicht nur aerodynamischer, sondern auch sicherer sind, da die Energie im Falle eines Aufpralls besser verteilt wird. Für den Verbraucher bedeutet dies, dass die aktuellen Modelle von 2026 deutlich effizienter sind als noch vor fünf Jahren. Allerdings sind diese High-Tech-Produkte oft teurer: Ein Top-Skinsuit von Q36.5 kostet etwa 800-1200 €, ein 3D-gedruckter Aero-Helm zwischen 400 und 700 €.

Für Hobbyathleten lohnt sich die Anschaffung vor allem, wenn regelmäßig auf der Bahn trainiert oder an Wettkämpfen teilgenommen wird. Gelegenheitsfahrer können bereits mit Einstiegsmodellen (Skinsuit ca. 300-500 €, Aero-Helm ca.

150-250 €) signifikante Verbesserungen erzielen, da die grundlegende aerodynamische Formgebung ähnlich ist. Wichtig ist, dass die Bekleidung zur Körperform passt – ein zu großer Skinsuit wirkt kontraproduktiv. Daher ist eine professionelle Beratung im Fachgeschäft empfehlenswert.

Die kontinuierliche Innovation in diesem Bereich sorgt dafür, dass die Leistungsgrenzen auf der Bahn immer weiter nach oben verschoben werden. Wer heute auf dem Stand der Technik ist, hat einen klaren Vorteil gegenüber Konkurrenten mit veralteter Ausrüstung.

Praktische Tipps zur Auswahl und Nutzung

Illustration: Praktische Tipps zur Auswahl und Nutzung

Bei der Auswahl aerodynamischer Bekleidung sollten Bahnradsportler auf mehrere Faktoren achten. Zuerst steht die Passform im Vordergrund: Ein Skinsuit muss eng anliegen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Ideal ist eine Anprobe in der typischen Rennposition (auf dem Rad), da sich der Körper in dieser Haltung verändert.

Viele Hersteller bieten verschiedene Schnitte an – von „Race Fit“ (sehr eng) bis „Pro Fit“ (etwas bequemer). Für Einsteiger ist ein „Pro Fit“ oft ausreichend, da er noch immer deutlich aerodynamischer ist als ein Trikot. Bei Helmen muss auf einen engen Sitz geachtet werden, der bei Headbanging nicht verrutscht.

Das Heck sollte lang genug sein, um den Nackenbereich abzudecken und einen glatten Übergang zum Rücken zu bilden. Lüftungsschlitze sind bei Bahnhelmen oft reduziert; bei langen Runden in warmen Hallen kann ein leicht geöffnetes Visier oder ein Helm mit seitlichen Einlässen helfen. Die Materialqualität ist entscheidend: Hochwertige Skinsuits nutzen UV-beständige und schweißabweisende Stoffe, die auch nach häufigem Waschen ihre Form behalten.

Günstige Modelle können ausdünnen und Falten bilden. Eine regelmäßige Pflege (Handwäsche, kein Weichspüler) verlängert die Lebensdauer. Die Integration mit anderen Komponenten ist ebenfalls wichtig: Die Hose sollte nahtlos in die Schuhe übergehen, daher sind enge, hohe Schnitte empfehlenswert.

Die Ärmel sollten bis zum Handgelenk reichen und dort eng abschließen. Bei der Wahl zwischen einem einteiligen Skinsuit und einem zweiteiligen System (enge Hose + enges Trikot) ist der einteilige Anzug aerodynamisch überlegen, da er keine Taille als Bruchstelle hat. Für Disziplinen mit vielen Tempowechseln (z.B.

Omnium) kann ein zweiteiliges System praktischer sein, da es einfacher anz- und auszuziehen ist. Die Investition in aerodynamische Bekleidung lohnt sich vor allem für Fahrer, die bereits eine optimierte Sitzposition haben und regelmäßig Zeiten unter 1:00 für 200m oder unter 4:30 für 4km anstreben. Für Freizeitfahrer, die hauptsächlich zum Spaß auf der Bahn unterwegs sind, ist ein guter Aero-Helm die kostengünstigste und effektivste Maßnahme.

Ein Skinsuit bringt zwar mehr, ist aber auch teurer und weniger vielseitig. Wer beides kombinieren will, sollte mit dem Helm beginnen und später den Skinsuit nachrüsten. Die größten Zeitgewinne erzielt man, wenn alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind: Position, Bike, Laufräder und Bekleidung.

Daher ist es ratsam, vor dem Kauf eines teuren Skinsuits das Bike Fitting zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ein Besuch im Windkanal ist für die meisten nicht realistisch, doch viele Hersteller bieten inzwischen Online-Beratung an, bei der Körpermaße und Position analysiert werden, um den passenden Schnitt zu empfehlen.

Abschließend gilt: Aerodynamische Bekleidung ist kein Allheilmittel, aber ein essentieller Baustein für Geschwindigkeit auf der Bahn. Die Kombination aus engem Skinsuit und stromlinienförmigem Helm reduziert den Luftwiderstand messbar und bringt wertvolle Sekunden – im Sprint wie im Ausdauerrennen.

Für weiterführende Informationen zur Gesamtausrüstung im Bahnradsport empfehlen wir den Überblick auf der Bahnradsport-Seite von Claudio Imhof. Dort finden Sie auch Tipps zur Sitzposition und zu Laufrädern, die zusammen mit der aerodynamischen Bekleidung ein komplettes Paket für mehr Speed ergeben. Die physiologischen Grundlagen, die für die Leistungsfähigkeit auf der Bahn wichtig sind, werden im Artikel Bahnradsport Physiologie: Die körperlichen Anforderungen auf der Bahn detailliert erklärt.

Für die biomechanische Optimierung der Bewegungsabläufe ist der Beitrag Biomechanik im Bahnradsport: Optimale Bewegungsabläufe für maximale Leistung relevant. Speziell zum Thema Aerodynamik allgemein, also nicht nur Bekleidung, lesen Sie Aerodynamik im Bahnradsport: Wie Luftwiderstand die Performance beeinflusst. Für einen perfekten Start aus dem Stand sind die Bahnradsport Start Tipps unverzichtbar.

Die Technik des Kurvenfahrens wird im Artikel Bahnradsport Kurvenfahren: Techniken für schnelle und sichere Kurven behandelt. Schließlich sind für den Rennablauf in Disziplinen wie Scratch, Madison und Omnium die Bahnradsport Renntaktik: Strategien für Scratch, Madison und Omnium entscheidend.

Die größte Überraschung ist, wie stark die Leistungseinsparung mit der Geschwindigkeit zunimmt. Während bei 40 km/h ein Skinsuit vielleicht nur 5 Watt bringt, sind es bei 60 km/h bereits 20 Watt oder mehr. Dies bedeutet, dass Sprinter und Verfolger proportional mehr profitieren als Ausdauerfahrer mit niedrigerer Durchschnittsgeschwindigkeit.

Die Wahl der Bekleidung sollte daher an der individuellen Disziplin ausgerichtet sein: Wer hauptsächlich Sprints und kurze Verfolgungen bestreitet, investiert am besten in den besten verfügbaren Skinsuit und Aero-Helm. Wer längere Rennen mit vielen Tempowechseln fährt, kann einen Kompromiss zwischen Aerodynamik und Belüftung eingehen. Ein sofort umsetzbarer Tipp: Messen Sie Ihre Zeiten auf der Bahn mit Ihrer aktuellen Ausrüstung und vergleichen Sie sie nach der Umstellung auf aerodynamische Kleidung.

Die Differenz wird Sie überraschen. Beginnen Sie mit einem Aero-Helm, da er das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet – für unter 200 € erhalten Sie bereits Modelle, die 5-10 Watt einsparen.

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