Bei der Rennrad Ausrüstung Helme Sicherheit ist ein geprüfter Helm der wichtigste Schutz. Die Wahl des richtigen Helmes ist eine der kritischsten Sicherheitsentscheidungen für jeden Rennradfahrer, insbesondere für beginners starting road cycling.
Ein Rennradhelm muss zwingend der europäischen Norm EN 1078 entsprechen. Ab dem ersten Quartal 2026 wird diese Norm um erstmalige Tests zu Rotationskräften erweitert, was die Sicherheitsanforderungen signifikant erhöht.
Ideal sind daher Helme mit zusätzlicher MIPS-Technologie, die bei schrägen Aufprällen den Drehimpuls reduziert. Doch was testet die EN 1078 genau, wie funktioniert MIPS und welche unabhängigen Daten belegen den Nutzen? Dieser Artikel liefert eine aktuelle, datenbasierte Übersicht zu den Sicherheitsstandards für Rennradhelme, dem bevorstehenden Norm-Update und der Wirksamkeit von MIPS, um informierte Kaufentscheidungen zu treffen.
Wichtigste Erkenntnisse
- EN 1078 ist die gesetzliche Pflichtnorm in der EU, mit einem Update im Jahr 2026, das erstmals Rotationskräfte testet.
- MIPS reduziert Rotationskräfte bei Schräganprall um bis zu 40% bei einem geringen Mehrgewicht von nur 25-45 g.
- Helme mit MIPS-Technologie sind in vielen Modellen erhältlich und bieten einen nachweisbaren Sicherheitsvorteil.
EN 1078 und das 2026-Update: Sicherheitsstandards für Rennradhelme

Die EN 1078 ist die europaweit verbindliche Sicherheitsnorm für Fahrrad-, Skateboard- und Rollerhelme. Für road cycling enthusiasts bedeutet dies: Jeder im Handel erhältliche Helm muss dieses Prüfzeichen tragen.
Die Norm definiert strenge Testkriterien, die den linearen Aufprallschutz sicherstellen. Ohne EN-1078-Zertifizierung ist ein Helm in der EU nicht verkehrstauglich.
Ab 2026 kommt ein entscheidender Test für Rotationskräfte hinzu, der die Norm an den aktuellen Stand der Unfallforschung anpasst. Diese Entwicklung spiegelt wider, dass Gehirnerschütterungen häufig durch drehende Bewegungen des Kopfes verursacht werden. Hersteller wie Scott, Specialized oder Giro reagieren bereits mit integrierten Systemen wie MIPS, um den kommenden Anforderungen gerecht zu werden.
EN 1078-Testkriterien: Aufprall aus 1,5 m bei 19,5 km/h und max. 250g
- Aufprallhöhe: 1,5 Meter
- Aufprallgeschwindigkeit: ca. 19,5 km/h (simuliert durch den freien Fall)
- Maximale Beschleunigung: 250g (die auf den Kopf einwirkende Kraft darf diesen Wert nicht überschreiten)
- Kinnriemen: Muss sich bei einem Zug von mindestens 5 kg lösen, um Ersticken zu verhindern.
- Sichtfeld: Ein Mindestsichtfeld muss gewährleistet sein.
Die EN 1078 unterzieht Helme einer Reihe strenger Tests, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Die 1,5-Meter-Aufprallhöhe simuliert einen Sturz von typischer Fahrradhöhe auf eine harte Oberfläche wie Asphalt.
Die resultierende Aufprallgeschwindigkeit von etwa 19,5 km/h entspricht der Geschwindigkeit, die in einem solchen freien Fall erreicht wird. Die maximal erlaubte Beschleunigung von 250g ist kritisch, da Beschleunigungen über diesem Schwellenwert mit einem hohen Risiko für Schädelbruch und schwere Gehirnverletzungen verbunden sind.
Der Kinnriementest stellt sicher, dass der Helm bei einem Crash sicher auf dem Kopf bleibt, aber von Rettungskräften schnell abgenommen werden kann; er muss bei einer Kraft von mindestens 5 kg nachgeben, um Strangulation zu verhindern. Die Anforderung an das Mindestsichtfeld garantiert, dass der Helm die periphere Sicht des Fahrers nicht behindert – essentiell für die Verkehrssicherheit. Diese Tests werden an standardisierten Kopfformen mit Sensoren durchgeführt, um die Beschleunigung zu messen.
Helme müssen Aufschläge an mehreren Stellen – oben, seitlich und hinten – ohne Überschreiten des 250g-Limits bestehen. Die Norm umfasst zudem Anforderungen an die Festigkeit des Haltesystems und die Penetrationsresistenz der Schale. Nur Helme, die alle Tests bestehen, erhalten das CE-Zeichen als Nachweis der Konformität mit den EU-Sicherheitsvorschriften.
Für Rennradfahrer ist EN 1078 nicht optional, sondern gesetzliche Pflicht. Diese Basisnorm stellt sicher, dass jeder Helm auf dem Markt einen grundlegenden linearen Aufprallschutz bietet (abus.com, adfc.de, 2024).
Das 2026-Update: Rotationskräfte werden erstmals geprüft
Das entscheidende Update der EN 1078 wird ab dem ersten Quartal 2026 durch den TÜV Rheinland als benannte Stelle umgesetzt. Bisher testete die Norm ausschließlich lineare Aufprälle, bei denen der Helm senkrecht auf eine Oberfläche trifft.
Die Forschung hat jedoch gezeigt, dass schräge Aufprälle, die Rotationskräfte erzeugen, häufig zu Gehirnerschütterungen führen. Diese erzeugen Scherkräfte (shear forces) im Gehirn, die für Gehirnerschütterungen und -blutungen verantwortlich sind.
Das neue Testprotokoll wird diese Rotationskräfte erstmals systematisch bewerten. Es wird voraussichtlich einen geführten Fall mit schrägem Aufprallwinkel simulieren, um die Rotationsbeschleunigung zu messen.
Helme müssen dann eine noch festzulegende Grenze für Rotationskräfte einhalten. Für Hersteller bedeutet dies, dass sie ihre Designs anpassen müssen – sei es durch die Integration von Gleitebenen wie MIPS oder durch konstruktive Maßnahmen in der Schale.
Für Verbraucher bedeutet die Änderung: Ab 2026 werden alle neu zertifizierten Helme nicht nur auf linearen, sondern auch auf rotatorischen Schutz geprüft. Der Markt wird sich schnell anpassen, sodass bereits 2026 eine große Auswahl an Helmen mit zertifiziertem Rotationsschutz verfügbar sein wird (tuv.com).
Technologien wie MIPS, die speziell für diesen Schutz entwickelt wurden, werden dadurch zum de-facto-Standard. Bis dahin ist der Kauf eines MIPS-Helmes eine proaktive Sicherheitsmaßnahme, die bereits heute den kommenden Anforderungen entspricht.
MIPS-Technologie: Wie viel mehr Sicherheit bietet Rotationsschutz?

Während die EN 1078 den linearen Schutz garantiert, adressiert MIPS (Multi-directional Impact Protection System) explizit die Lücke bei Rotationskräften. Die Technologie wurde von Neurochirurgen entwickelt und ist heute in zahlreichen Rennradhelmmodellen führender Hersteller integriert.
Unabhängige Crashtests belegen einen signifikanten Sicherheitsvorteil, der bei einem vernachlässigbaren Mehrgewicht von lediglich 25-45 Gramm pro Helm erreicht wird. MIPS ist damit die wissenschaftlich am besten belegte Lösung für Rotationsschutz im Radsport.
Funktionsweise des MIPS-Systems: reibungsarme Schale für Rotationsschutz
Das MIPS-System besteht aus einer dünnen, reibungsarmen Schicht (typischerweise aus speziellem Kunststoff wie Polyethylen), die zwischen Helm-Innenfutter und Kopf positioniert ist. Bei einem idealen, linearen Aufprall verhält sich ein MIPS-Helm wie ein herkömmlicher Helm.
Bei einem schrägen oder seitlichen Aufprall jedoch kann sich die Helmschale um 10-15 mm relativ zum Kopf gleitend bewegen. Diese minimale, kontrollierte Verschiebung verlängert die Zeit, in der die Aufprallenergie abgebaut wird, und reduziert so die auf das Gehirn übertragenen Rotationskräfte erheblich.
Man kann es sich wie eine „Loslösung“ des Helms vom Kopf vorstellen, die eine direkte Drehbewegung unterbindet. Die Reibung zwischen der MIPS-Schicht und dem Helm ist extrem gering (Reibungskoeffizient ~0,1), was diese Gleitbewegung ermöglicht. Die Technologie wurde 2001 von einem Team schwedischer Neurochirurgen und Ingenieure um Dr.
Hans von Holst und Dr. Svein Kleiven entwickelt, nachdem sie erkannt hatten, dass nicht nur lineare Kräfte, sondern vor allem Rotationskräfte für diffuse axonale Schäden verantwortlich sind. MIPS ist ein passives System, das keine Aktivierung oder Wartung erfordert.
Es wird entweder als separate Innenausstattung oder direkt in den EPS-Schaum integriert angeboten. Diese einfache, aber geniale Mechanik macht MIPS zur führenden Lösung für Rotationsschutz im Radsport und wird mittlerweile auch in anderen Sportarten wie Skifahren, Motorradfahren und Reiten eingesetzt (mipsprotection.com).
Crashtest-Ergebnisse: Bis zu 40% weniger Rotationskräfte
Die Wirksamkeit von MIPS wird durch standardisierte Crashtests belegt, die von der MIPS-Schutzsysteme AB durchgeführt und veröffentlicht werden. Diese Tests simulieren schräge Aufprallszenarien, wie sie im Straßenverkehr häufig vorkommen. Dabei wird eine gehelmte Kopfform auf eine definierte Anvil-Oberfläche in einem bestimmten Winkel (typischerweise 45 Grad) fallen gelassen.
Sensoren messen die Rotationsbeschleunigung in rad/s². Die Ergebnisse zeigen konsistent eine Reduktion der Rotationskräfte um bis zu 40% im Vergleich zu identischen Helmmodellen ohne MIPS-Technologie.
Diese Reduktion ist klinisch relevant, da Rotationskräfte der Hauptverursacher von diffusen axonalen Verletzungen (DAI) – also schweren Gehirnverletzungen ohne sichtbare äußere Wunden – sind. Rotationsbeschleunigung führt dazu, dass sich das Gehirn im Schädel dreht, wodurch Axone (Nervenfasern) gedehnt und zerrissen werden. Dies kann zu Gehirnerschütterungen, Koma oder dauerhaften Behinderungen führen.
Selbst leichte Gehirnerschütterungen können langfristige Folgen haben. Ein Helm mit MIPS bietet daher einen nachweisbaren und messbaren Schutz vor den folgenschwersten Folgen eines Sturzes.
Die Reduktion um bis zu 40% bedeutet, dass die auf das Gehirn übertragene Rotationsenergie deutlich sinkt, was das Risiko für solche Verletzungen substantiell verringert (mipsprotection.com). Unabhängige Testlabore bestätigen diese Ergebnisse, und die Technologie wurde in peer-reviewten wissenschaftlichen Publikationen validiert.
Gewicht und Verfügbarkeit: Nur 25-45 g Mehrgewicht, viele Modelle
Ein häufiges Gegenargument gegen zusätzliche Sicherheitstechnologien ist das Gewicht. Bei MIPS ist dieser Einwand unbegründet.
Das gesamte System fügt lediglich 25-45 Gramm zum Gesamtgewicht des Helms hinzu – eine Differenz, die im Fahrbetrieb nicht spürbar ist. Zum Vergleich: Ein typischer Rennradhelm wiegt zwischen 200 und 300 Gramm, sodass die prozentuale Steigerung unter 20% liegt und oft sogar darunter.
Die Verfügbarkeit ist im Jahr 2026 hervorragend. Nahezu alle namhaften Hersteller bieten ihre Top-Rennradmodelle mit MIPS-Option an. Dazu gehören:
- Scott Arx Plus MIPS
- Bontrager Velocis MIPS
- Giro Aether Spherical
- Specialized Align MIPS
- Lazer Genesis MIPS
- Ryzon (Testsieger in mehreren 2026-Vergleichen)
- Löffler
Diese breite Marktdurchdringung macht es für jeden Rennradfahrer einfach, ein Modell mit nachgewiesenem Rotationsschutz zu finden. Die Investition in einen solchen Helm ist eine der effektivsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt, wie auch in road bike safety and efficiency tips betont wird. MIPS ist sowohl in Einstiegsmodellen wie dem Specialized Align MIPS als auch in High-End-Helmen wie dem Scott Arx Plus MIPS erhältlich, sodass für jedes Budget eine passende Option existiert.
Sogar professionelle Radsportler in der WorldTour vertrauen auf MIPS-Helme, was beweist, dass das geringe Mehrgewicht selbst für Elitefahrer akzeptabel ist. Mit dem EN 1078-Update 2026 wird erwartet, dass MIPS oder ähnliche Systeme allgegenwärtig werden und bald als Standard gelten, nicht mehr als Extra.
Für eine umfassende Betrachtung der gesamten Rennradausrüstung jenseits des Helms lohnt ein Blick auf die essentielle Ausstattung für Rennradfahrer. Dort finden sich Empfehlungen zu Bekleidung, Schuhen und Zubehör, die den Fahrkomfort und die Sicherheit auf der Straße komplettieren.
Abschluss
Mit dem EN 1078-Update 2026 wird der Schutz vor Rotationskräften zur offiziellen Prüfanforderung. MIPS ist derzeit die wissenschaftlich am besten belegte und technisch ausgereifteste Lösung, um diese neuen Standards zu erfüllen und das Risiko von Gehirnverletzungen signifikant zu senken.
Die Handlungsempfehlung ist klar: Prüfen Sie Ihren aktuellen Helm auf das EN 1078-Label. Fehlt dieses, ist der Helm nicht verkehrstauglich und sollte umgehend ersetzt werden.
Beim Neukauf sollte ein Modell mit MIPS-Technologie erste Wahl sein. Die Daten zeigen, dass die 25-45 Gramm Mehrgewicht einen Sicherheitsgewinn von bis zu 40% bei Rotationskräften bringen – eine Rechnung, die im Ernstfall auf jeden Fall aufgeht. Achten Sie auf das MIPS-Logo im Inneren des Helms und das CE-Zeichen am Kinnriemen.
Claudio Imhof, als ehemaliger Schweizer Radprofi, empfiehlt ausdrücklich, nur zertifizierte Helme mit Rotationsschutz zu tragen. Ihr Gehirn ist unersetzlich – investieren Sie in einen Helm, der es von allen Seiten schützt.
